Manfred Keller

Glücklich, die Jugend zu fördern

Jungen Musikern einen tieferen Zugang zur Musik eröffnen, sie durch anspruchsvolle Literatur fordern und durch den Spaß am Musizieren nachhaltig fördern. Für dieses Ideal hat schon der erste Dirigent und Gründer des Orchesters, Manfred Keller, gelebt. Anlässlich seines 20. Todestages ehrt ihn das SJBO mit zwei Konzerten am Samstag, 17.10.2015 um 18 Uhr in der Stiftskirche Bretten und am Sonntag, 18.10.2015 um 18 Uhr in Waghäusel-Wiesental in der St. Jodokus Kirche.

Für Sie ist es höchste Zeit, die Termine im Kalender vorzumerken. Für die jungen Musiker ist es die Gelegenheit, der Orchestergeschichte nachzuspüren und nachzufragen: Was hat Manfred Keller zur Gründung des SJBO bewegt?

Sophia Knebel sagt: „Meinem Opa war es immer wichtig, die Jugend zu fördern“. Die Enkelin des ersten Dirigenten spielt heute Piccolo im SJBO. Ihren Großvater beschreibt sie mit einer kleinen Anekdote, die noch heute in ihrer Familie über ihn erzählt wird. Einerseits um den Spaß in den Proben bemüht, konnte Manfred Keller andererseits in seiner Zielsicherheit auch streng werden – bis er die Fassung in der Probe verlor: „Da hat er den Taktstock hingeworfen und den Proberaum verlassen“, sagt Sophia und fügt hinzu: „Natürlich kam er wieder zurück und probte weiter“.

Nach den Dreikönigskonzerten seien die Musiker des Orchesters in Kellers Wohnzimmer „beisammen gesessen bis spät in die Nacht“, erzählt die Flötistin. „Das Orchester muss wie ein Baby für ihn gewesen sein, die musikalische Entwicklung der Jugendlichen machte ihn glücklich.“

Auch in Zukunft sollen die Jugendlichen des BVK gefordert werden. Dirigent Stefan Kollmann formuliert es so: „Wir möchten noch mehr junge Musiker mit diesem positiven Gedanken infizieren.“ Gleichzeitig wird diese Idee aus dem Orchester hinaus in die Musikvereine getragen, wo die Jugendlichen Registerproben organisieren, Jugendorchester dirigieren oder auf andere Art Verantwortung übernehmen.

Auf Sophia Knebel ist der Funke schon längst übergesprungen. Ihr großer Bruder Felix Knebel (Horn) habe immer von diesem Orchester geschwärmt. Jetzt gehört auch Sophia zu dieser „großen Gemeinschaft des SJBO“, in dem jeder Musiker seinen künstlerischen Beitrag einbringen kann. An sich selbst beobachtet die Flötistin, durch die „Herausforderungen im Orchesterspiel selbst besser und souveräner“ zu werden. Kollmann wolle das Beste aus jedem Einzelnen herausholen. So entsteht für alle Musiker eine Verantwortung gegenüber der anderen – „für gute Musik“, sagt Sophia. Dieses „große musikalische Verantwortungsbewusstsein“ entwickeln die Jugendlichen laut Kollmann nicht nur gegenüber den Orchestermitgliedern im SJBO, sondern auch „gegenüber dem eigenen Verein und dem ganzen Verband“.